Aussöhnung mit dem inneren Kind

 

Inneres Kind

 

In unserer Kindheit vom Tag unserer Geburt bis ca. unserem 6-7 Lebensjahr bildeten wir sehr intensive positive und negative Glaubenssätze.

Je nachdem, wer unsere Eltern oder Bezugspersonen sind, wie ihr Erziehungsstil ist, in welchem Umfeld und welcher Gesellschaft wir groß werden, spielt eine große Rolle bei der Bildung unserer Glaubenssätze.

In den ersten drei Lebensjahren können wir nur fühlen. Wir können noch nicht verstehen, warum die Reaktionen um uns herum so sind, wie sie sind. Im zweiten Lebensjahr zum Beispiel entdeckten wir die Welt, dabei taten wir auch Dinge, die unsere Eltern nicht so toll fanden. Selbst die liebevollsten Eltern können ihrem Kind nicht jeden Wunsch erfüllen. Sie müssen Grenzen setzen. Somit wurden wir vielleicht ständig ermahnt, nicht mit dem Auto an der Wand entlang zu fahren, den Schrank oder die Schubladen nicht auszuräumen, nicht mit dem Essen zu spielen oder mit dem Trinken zu blubbern, aufs Töpfchen zu gehen, vorsichtig zu sein, usw. Als Kind fühlten wir also häufig, dass wir etwas falsch gemacht haben, also irgendwie nicht „okay“ sind.

Manchmal sind Eltern auch mit der Erziehung und Fürsorge überfordert und vernachlässigen, brüllen oder schlagen ihr Kind. In einem Alter bis drei Jahren kann das Kind noch nicht denken. Somit denkt das Kind nicht, dass Papa mit seinen Aggressionen nicht umgehen kann und benötigt eigentlich eine Psychotherapie. Nein, das Kind bezieht alles auf sein eigenes „Schlechtsein“. 

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In so einer Situation sind das Entstehen der folgenden Glaubenssätze keine Seltenheit:

  • Ich genüge nicht!
  • Ich bin nicht okay!
  • Ich bin nicht wichtig!
  • Ich bin schlecht!
  • Ich bin für deine Laune verantwortlich!
  • Ich bin schuld!

Diese negativen Glaubenssätze beeinflussen unser Leben heute. Wir sehen unsere Wahrheit durch die Brille unserer Glaubenssätze.

Je nachdem welcher Glaubenssatz getriggert wird, reagieren wir unbewusst wie das kleine Kind, das damals die Erfahrung gemacht hat und sich nun schützen will.

Sicher hast du schon mal den Spruch gehört oder selbst schon gesagt: „Die benehmen sich wie Kinder.“ oder „… wie im Kindergarten“. Ja, in diesem Fall sind es unsere inneren kleinen verletzten Kinder, die sich streiten, beleidigt sind, etc.

Wir haben in unserer Kindheit Schutzstrategien entwickelt, um uns vor diesen Verletzungen zu schützen. Diese Schutzstrategien, wie Verdrängung, Schönreden, Tagträumen, Delegation von Verantwortung, Opferdenken, Flucht, Rückzug, Vermeidung, Tarnung, Rollenspiel und Lügen, stellen unser eigentliches Problem dar.

Verdrängung z.B. ist die „Mutter aller Schutzstrategien“, weil alle Schutzstrategien in ihrem Dienst stehen. In dem wir uns beispielsweise durch Perfektionsstreben schützen, verdrängen wir unsere gefühlte Minderwertigkeit und Versagensangst. Indem wir nach Harmonie streben und Konflikte vermeiden, verdrängen wir unsere Verlustangst. Wir verdrängen auch gern, wenn wir uns die Dinge einfach Schönreden und Tagträumen, dass alles schon irgendwie und irgendwann wieder gut wird.

Oder, wenn wir uns keine Chance auf einen Sieg ausrechnen, dann ziehen wir uns lieber zurück, flüchten, und vermeiden Konflikte.

Oder, wenn wir uns vor der Verantwortung in unserem Leben drücken. Oft ist uns das nicht einmal so bewusst. So sind wir überzeugt, dass der Partner, der Chef, das Wetter oder die Eltern verantwortlich für unser Unzufriedenheit sind.

In meiner Behandlung geht es im Wesentlichen darum, diese negativen Glaubenssätze und die angewandten Schutzstrategien zu identifizieren, um diese dann zu verändern, umzuprogrammieren oder zu löschen. Zusätzlich gebe ich Unterstützung in der Stärkung der positiven Glaubenssätze und der damit einhergehenden Gefühle und Strategien, damit die Sonne in unserem Leben und in uns mehr und mehr und irgendwann fast ausschließlich scheint.

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